Verhaltens- und Ernährungsberatung für Hovawart-Hunde-Halter.......

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Unsere Welpen sind da!!!

 

14.02.2011

 

 

 

 

                                          Meine Einstellung

Für mich ist also, seit jeher, der Hund ein "Teil meines Lebens". Ich erwarte von meinen Hunden keinen absoluten Gehorsam. Dennoch kennen sie ihre Grenzen, die situationsgemäß gelegentlich (das vor ihrer Nase über den Waldweg springende Reh, der Jogger, der fremde Hund, etc.) durch meine Stimme in Erinnerung gebracht wird.

Jeffrey vom Rothenbruch

Unsere Hovawart-Hunde hatten und haben, angepasst an ihre jeweiligen Wesenseigenschaften, viele Freiheiten und sie "dürfen" ihren eigenen "Kopf" behalten. Kürzlich äußerte eine Hovawart-Besitzerin ihre Ansicht, dass ich wohl die "besterzogensten" Hovawart-Hunde besitzen müsse. Enttäuschend meine Antwort! Der "funktionstüchtige" filmreife Hund passt nicht zu mir. Schon gar nicht in eine Familie! Funktionieren muss mein Auto. Wenn nicht, wird es repariert oder ersetzt. Jedoch muss ich mit den Funktionsabläufen vertraut sein. Ich muss jeden Schalter, jedes Pedal, jede Anwendung, beinahe jedes "Geräusch" zuordnen und "verstehen" mit ihm umzugehen. Ich habe als Autofahrer Regeln einzuhalten, nicht nur zu meiner eigenen Sicherheit. Ich habe als Autobesitzer die Pflicht darauf zu achten, dass nur die Familienmitglieder den Zugriff auf das Auto haben, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.
Nun ist über "Funktionsabläufe" des Hundes in der Familie nachzudenken! Sind wirklich alle Familienmitglieder in der Lage, festgelegte Regeln ganz genau (funktionsgerecht) einzufordern? Das ist wohl kaum möglich, wenn es nur 1 "Chef" gibt!? Bin ich selbst immer 100%ig genau in meinen Anweisungen? Oder weiß mein Hund, dass man mich gelegentlich "austricksen" darf, ohne dass mich gleich Zweifel an meinen erzieherischen Fähigkeiten zermürben?
Ich bin nicht der "Boss", sondern der Kumpel meiner Hunde. Ihr "bester" Freund, dem man bedingungslos vertrauen kann. Vertrauen muss! Meine Hunde lernen, in ihrer Stellung als Familienmitglied, dass man sich meine Freundschaft und das Vertrauen "verdient", auf welche Weise auch immer. Voraussetzung hierfür ist jedoch erst einmal, dass sie mich, aber auch alle übrigen Familienmitglieder, verstehen. Ist diese Voraussetzung erfüllt, befolgen sie (weil es sich lohnt) meine "Wünsche" (Anordnungen). Egal ob gängige Kurzbegriffe wie "sitz-platz-bleib-hier-etc.", sie müssen nicht (immer) im Befehl eingesetzt werden. So manche "Satzfolge" in gemäßigtem oder freundlichen Ton zeigt sich oft wesentlich wirksamer. Jedoch müssen auch meine Hunde gelegentlich erfahren, dass Freundschaft ihre Grenzen hat.

Alex (Aiko) vom Giesenfeld

 

Es ist für den Hund, selbst für den kleinen Welpe, erst einmal gar kein Problem seinen Menschen zu verstehen, besitzt er doch die Fähigkeit uns, auf Grund seines Instinktes, aber auch auf Grund der schnellen Verknüpfungen in allen Lebenslagen schnellstens zu durchschauen. Eine Fähigkeit, die in vielen  Mensch-Hund-Beziehung zum Problem wird, weil der Mensch nicht versteht. Und nicht weil der Hund heute "anders tickt" als vor 50 Jahren. Viel mehr weil der Mensch sich kaum noch auf sein eigenes (Bauch-)Gefühl verlässt, in dem Bestreben nur "nichts falsch zu machen". Natürlichkeit ist nicht mehr gefragt?

Der Mensch ist es, der mit seinem (unverständlichen weil künstlichen) Verhalten so manche, in den Anfängen vielleicht noch vielversprechende Beziehung blockiert. Auf Grund der aufkeimenden Unsicherheiten wendet man sich an einen "Fachmann". Es werden teure Kurse belegt. Der gewünschte Erfolg bleibt, wie ich bedauerlicherweise zu oft feststellen muss, auf Grund falscher Beratung aus, mitunter werden Probleme gefördert. Der Hundebesitzer wird als "unfähig" abgeurteilt. Nicht der Hundetrainer?

Amando vom Giesenfeld

Hätte mir vor 30 Jahren jemand erklärt, dass die Hundeerziehung sich kaum von der der Kindererziehung unterscheidet, ich hätte es nicht geglaubt. Und dennoch ist es nichts anderes. Es können viele viele Beispiele aufgezählt werden, die eine solche Theorie bestätigen. Ein großer Unterschied ist in der Tatsache zu finden, dass man sich ein Kind nicht einfach aussuchen kann. Anders beim Hund! Aber nach welchen Kriterien suche ich mir ein vierbeiniges Familienmitglied aus? Passt die Rasse zu mir, in meine Familie? Und wenn es ein Mehrrassenhund ist? Sind rassetypische Merkmale von größter Bedeutung?
 
Ganz sicher ist eine Hunderasse mit ihren Erscheinungs- und Wesensmerkmalen in bestimmte Lebensgewohnheiten einzubinden. Dennoch finden sich ebenso wichtige Kriterien, die ein harmonisches "Miteinander" erlauben. Ich teile sie auf in
bulletgenetischer Hintergrund (Zum Einen sind rassetypische Merkmale zu berücksichtigen, aber auch die Wesensanlagen der Ahnen. Die Aussagekraft der Elterntiere ist hier längst nicht von so großer  Bedeutung als gerne vermittelt wird. Vielmehr ist es die Vervielfachung bestimmter Wesenanlagen aus der "Vergangenheit".
bulletWelpenaufzuchtphase (2 Faktoren sind für die Wesensentwicklung eines Welpen von größter Bedeutung: das gesunde Verhalten der Mutterhündin und die Prägung durch die Züchterfamilie. Bereits im "Nest" entscheidet sich, ob der Start in die weite Welt problemlos verlaufen wird.)
bulletEntwicklungsphase in der Familie
Diese 3 Punkte bestimmen ein ganzes Hundeleben!
Der genetische Hintergrund ist nur selten von größter Bedeutung. Er wird eigentlich erst dann, wenn eine Hund-Menschbeziehung so gar nicht funktionieren will hinterfragt.
 
Ich kann es nicht gutheißen, wenn "neueste Erkenntnisse" die Hundewelt "überschwemmen". Die Verhaltensweisen des Hundes waren vor hunderten von Jahren gar nicht anders als heute. Sie waren angepasst! Und sie sind es heute noch! D.h. sie passen sich den Anforderungen der heutigen schnellen, stressigen, lauten, aggressiven Zeit, so gut sie können, an. Wir zwängen sie in ein Leben, dem sie böte sich die Möglichkeit, vermutlich entweichen würden. So sind sie gezwungen, allen Anforderungen standzuhalten.
 
Die meisten Probleme in der Mensch-Hund-Beziehung entwickeln sich fast immer schleichend. Anfänglich ist es die Unwissenheit oder auch Unsicherheit des Menschen. Infolge dessen häufen sich Missverständnisse, die zum beiderseitigen Vertrauensverlust führen. In einer solchen Phase
bulletsieht der Mensch keinen Grund (keine Möglichkeit) mehr zu positiven Bestärkungen, wie z.B. Lob, Leckerli, Streicheleinheiten, so dass es als Folge für seinen Hund keinen Grund mehr gibt, sich "anzustrengen".
bulletläuft er vielleicht aber auch (wie zu oft) auf Grund seiner überschwänglichen Bemühungen, seinem Hund zu gefallen, Gefahr diesem die Führung regelrecht "aufzudrängen".
bulletist es höchste Zeit, sich auf das Unkomplizierte und Natürliche im Hund zu besinnen.
 
Ich möchte mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen nun, also nicht mehr nur in ehrenamtlicher Tätigkeit, sondern jedem Rat suchenden Hovawart-Besitzer (und solchen die es werden möchten) helfen, für ihn und den besten Freund des Menschen einen gemeinsam begehbaren Weg zu finden.
 
Bitte lesen Sie weiter!

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